An die Leitung der TU,
insbesondere an das Kanzleramt und das Präsidium.
Räume, in denen sich Menschen in offener Atmosphäre begegnen können - ob WiMi, Studi oder Prof - sind grundlegend wichtig für diesen Campus. Wir, das Café A, tragen seit über 30 Jahren wesentlich zu dieser Campuskultur bei.
Vor nunmehr fast zwei Monaten, genauer gesagt am 19. März 2026, wurde das Café A neben anderen Ini-Räumen im Architekturgebäude geschlossen. Grund ist eine bauaufsichtliche Nutzungsuntersagung aufgrund von Brandschutzmängeln, die uns nach den bisher bekannten Mängeln vollkommen unverhältnismäßig erscheint.
Einige dieser Mängel konnten wir zwischenzeitlich selbst bzw. in Zusammenarbeit mit dem Institut beheben, andere müssen durch die TU-Bauabteilung erledigt werden. Bis heute ist jedoch unklar, welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, damit das Café A wieder öffnen kann.
Während die Tage verstreichen und wir uns regelmäßig Lippenbekenntnisse von Verantwortungsträgern anhören, passiert nichts. Selbst einfache Arbeiten wie der Einbau von Panikschlössern, deren Notwendigkeit bereits Wochen vor der Brandschutzbegehung gemeldet wurde, haben bis heute nicht stattgefunden.
Auf inhaltliche Argumente und Gesprächsangebote unsererseits wird bislang nicht eingegangen. Selbstverständlich geben wir unser Bestes, die baulichen und brandschutztechnischen Maßnahmen, die für die Nutzung des Café A erforderlich sind, schnellstmöglich umzusetzen bzw. deren Umsetzung zu ermöglichen.
Dennoch entsteht bei uns der Eindruck, von der Universität im Stich gelassen zu werden. Statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, werden immer wieder neue Gründe angeführt, weshalb eine Nutzung des Raumes angeblich nicht möglich sei.
Es mangelt an Kommunikation, Transparenz sowie einer nachvollziehbaren Umsetzungs- und Öffnungsperspektive.
In Folge unseres langjährigen Engagements für eine offene und solidarische Campuskultur erwarten wir – das Café A sowie die Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes –:
1. Grundverständnis erneuern
Wir fordern ein klares Bekenntnis des Präsidiums, der Verwaltung und der beteiligten Institute zur studentischen Campuskultur und zum Erhalt studentischer Freiräume an der TU bis spätestens zum 18. Mai 2026.
- Öffentliches Bekenntnis des Präsidiums zur Campuskultur
- Unterstützung studentischer Freiräume durch die Verwaltung
- Aktive Unterstützung durch die beteiligten Institute
- Orientierung an früheren Leitlinien für studentisch verwaltete Räume
2. Redet mit uns
Bislang gab es keinerlei strukturierte Gespräche bezüglich der festgestellten Probleme und ihrer Lösung. Ohne Gespräche gibt es kein Verständnis, kein gemeinsames Handeln und letztlich keine Lösung.
Deshalb fordern wir die TU auf, uns bis zum 12. Mai 2026 ein konkretes Gesprächsangebot zu unterbreiten. Das Gespräch soll spätestens bis zum 15. Mai 2026 stattfinden.
- Schriftliche Stellungnahme zu unseren Lösungsvorschlägen, insbesondere zur Fluchtwegproblematik
- Problem- und lösungsorientierte Gespräche mit Bauabteilung, Brandschutzsachbearbeitung und Präsidium
- Wahrnehmung des Café A als Gesprächspartner
3. Transparenz schaffen
Um verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen sowie die Probleme nachvollziehen und gemeinsam angehen zu können, erwarten wir bis spätestens 18. Mai 2026 Einsicht in alle relevanten Unterlagen.
- Protokolle der Brandsicherheitsschauen
- Aktuelles Brandschutzkonzept sowie frühere Versionen
- Dokumente des Bauaktenarchivs, insbesondere die Baugenehmigung
- Nachvollziehbare Dokumentation der Entscheidungsprozesse
4. Lösungsperspektiven eröffnen
Wir erwarten konkrete Aussagen darüber, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit das Café A wieder vollständig oder unter Auflagen öffnen kann.
- Konkreter Zeitplan für Beginn und Durchführung notwendiger Bauarbeiten
- Klare Benennung der noch offenen Maßnahmen
- Schriftliche Definition der „Eröffnungsbedingungen“
- Transparente Aufgabenverteilung und Zeitplanung bis spätestens 26. Mai 2026
5. Übergangsraum schaffen
Falls eine kurzfristige Wiedereröffnung nicht möglich ist, erwarten wir spätestens ab dem 1. Juni 2026 einen geeigneten Übergangsraum.
- Beispielsweise Räume am IFA
- Nutzung der ehemaligen A-Mensa
- Containerlösung oder vergleichbare Alternativen
6. Wiedereröffnung des Café A
Wir fordern die Wiedereröffnung und den Rückumzug in den Raum A013 spätestens bis zum 1. Oktober 2026.
In Erwartung eines ergebnisorientierten Austauschs,
Das Café A
Bereits 1 Menschen haben unterschrieben.
Unterzeichner
Jos ElserProfessor:in
